Kaufprozess
Risiken bei Hypotheken: Strategien für eine umfassende Absicherung
Die überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Verschuldung durch Hypothekarkredite in der Schweiz verdeutlicht die Relevanz einer fundierten Risikoanalyse beim Immobilienkauf. Da die Kreditsummen das verfügbare liquide Vermögen meist um ein Vielfaches übersteigen, entstehen signifikante Abhängigkeiten von der Zinsentwicklung und der persönlichen Einkommensstabilität.
hypothek.ch
22.03.2026
4 min

Das Zinsrisiko
Die Finanzkrise 2008 hat die Notenbanken weltweit dazu getrieben, die Zinsen auf Rekordtiefststände zu senken. Dass dies kein Dauerzustand ist, wurde vielen Kreditnehmern im Jahr 2022 schmerzlich bewusst, als die Zinswende eingeleitet wurde. Mehr denn je zuvor hat diese Zeitspanne gezeigt, dass eine Auseinandersetzung mit dem gewählten Hypothekarmodell von zentraler Bedeutung ist und dabei helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden. Unabhängig vom Modell empfiehlt es sich, für die persönliche Haushaltsbudgetierung zusätzlich zu den regulär fälligen Zinszahlungen einen Betrag auf die Seite zu legen, um allfällige zukünftige Zinserhöhungen auffangen zu können. Weiter ist es ratsam, sich bei Fälligkeiten von Hypotheken frühzeitig über das aktuelle Zinsumfeld und die erwarteten Entwicklungen zu informieren, da die Zinsen bereits rund 18-24 Monate im Voraus fixiert werden können.
Risiko von hohen Unterhalts- und Nebenkosten
Die Kosten im Zusammenhang mit dem Besitz von Wohneigentum beschränken sich nicht allein auf die Hypothekarzinsen. Nebenkosten wie Strom, Wasser, Gas sowie laufende Instandhaltungsarbeiten können das Haushaltsbudget schnell auf den Kopf stellen. Damit die erwartbaren Kosten im Voraus präzise kalkuliert werden können empfiehlt es sich gerade für Personen ohne entsprechende Fachkenntnisse einen Experten hinzuzuziehen, um eine Einschätzung vornehmen zu können. Darüber hinaus können laufend vorgenommene Rückstellungen helfen, unerwartete Renovierungskosten abzusichern. Als Faustregel gilt, dass man mit einer jährlichen Rücklage für Nebenkosten und notwendige Umbauarbeiten in Höhe von rund 1.00% des Liegenschaftswertes gut beraten ist. Bei grösseren Investitionen ist oftmals auch eine Erhöhung der bestehenden Hypothek zu prüfen, um Liquiditätsengpässe zu verhindern.
Risiken von Lebensereignissen wie Krankheit, Unfall, Kündigung, Todesfall
Es kann vorkommen, dass sich die Einkommensverhältnisse eines Haushaltes aufgrund von Krankheit, Unfall, Kündigung oder Todesfall auf einen Schlag komplett verändern. Dies kann dazu führen, dass die Bewältigung der laufenden Hypothekaraufwendungen kaum noch zu stemmen ist. Um sich gegen diese Situation abzusichern, ist es wichtig, sich beim Abschluss einer Hypothek mit den unerwünschten Szenarien in einer detaillierten Beratung auseinanderzusetzen. Eine individuell zugeschnittene Versicherungslösung kann sicherstellen, dass bei Eintritt eines der eingangs erwähnten Szenarien der gewohnte Lebensstandard für die Familie ohne Einschränkung aufrecht erhalten- und die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Eigenheim bedient werden können.
Risiko der Tragbarkeit in der Pension
Mit dem Eintritt ins Rentenalter geht in der Regel eine Reduzierung des Einkommens einher – die Kosten im Zusammenhang mit dem Besitz von Wohneigentum bleiben oftmals aber unverändert. Obwohl die meisten Hypothekargeber bereits beim Abschluss sicherstellen, dass der Hypothekarbetrag zum Zeitpunkt der Pensionierung noch bei maximal rund zwei Drittel des Belehnungswertes liegt, kann diese Ausgangslage für Kreditgeber Anlass zur erneuten Bonitätsprüfung sein. Damit ein sorgenfreier Start in den dritten Lebensabschnitt gelingt, sind diverse Tipps zu beachten. Eine frühzeitige Vorsorgeplanung ist dabei zentral für uneingeschränkte Freude am Eigenheim im Pensionsalter. Zudem ist eine umfassende Beratung betreffend Hypothekarprodukt und -laufzeit sowie Kreditgeber essenziell. Gerade zwischen den Instituten gibt es in diesem Zusammenhang riesige Unterschiede, welche Hypothekarnehmern oftmals erst im Nachhinein bewusst werden.
Risiko des Verkehrswertes der Liegenschaft
Es gibt vielfältige Gründe, warum der Wert einer Immobilie sinken kann: Eine attraktive Aussicht wird durch Bauvorhaben beeinträchtigt, eine neue Strasse verläuft unmittelbar an der Grundstücksgrenze, oder die Nachbarschaft verliert an Attraktivität. Wesentliche (positive wie negative) Anpassungen des Immobilienwertes können auch einen Einfluss auf Ihre Hypothek haben. So kann der Kreditgeber bei einer Reduktion des Belehnungswertes eine ausserordentliche Reduktion der Hypothek einfordern. Um solche Szenarien zu verhindern ist es ratsam, den Immobilienmarkt und die unmittelbare Umgebung der Liegenschaft laufend im Auge zu behalten. Eine Bewertung der Immobilie von Zeit zu Zeit ist ebenfalls ratsam, damit im Falle einer unerwünschten Tendenz frühzeitige Massnahmen ergriffen werden können.
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