Regulierung
Eigenkapital für den Immobilienkauf: Erforderliche Mittel und Zusammensetzung
Der Erwerb von Wohneigentum setzt eine solide Eigenmittelbasis voraus. Gesetzliche Vorgaben definieren dabei klare Anforderungen an die Höhe und die Zusammensetzung des Eigenkapitals. Diese Faktoren bestimmen massgeblich die Finanzierungsstruktur, die Belehnungsgrenzen sowie die langfristige Tragbarkeit der Hypothek.
29.03.2026
3 min

Mindestanforderungen an das Eigenkapital
Wer in der Schweiz eine Immobilie kaufen möchte, muss mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Die restlichen 80% können über eine Hypothek finanziert werden. Dabei gibt es eine wichtige Einschränkung:
- Mindestens 10% des Kaufpreises müssen aus eigenen Mitteln stammen, die nicht aus der Pensionskasse (2. Säule) entnommen werden.
- Die verbleibenden 10% können beispielsweise durch einen Vorbezug aus der Pensionskasse gedeckt werden.
Für Ferienhäuser und Renditeobjekte gelten allerdings etwas andere Regeln. Einen Überblick dazu finden Sie hier.
Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto niedriger fällt die benötigte Hypothek aus. Das wirkt sich positiv auf die monatlichen Zinskosten aus und kann die Finanzierung langfristig stabiler machen. Wer also über zusätzliche Eigenmittel verfügt, kann nicht nur die Hypothekarsumme reduzieren, sondern sich oft auch bessere Konditionen bei der Bank sichern.
Welche Eigenkapitalquellen gibt es?
Neben klassischen Sparguthaben gibt es verschiedene Möglichkeiten, das notwendige Eigenkapital aufzubringen:
- Sparkonten und Wertschriften – Eigene Ersparnisse oder investiertes Kapital
- Säule 3a Gelder – hier gibt es die Möglichkeit eines Vorbezug oder Verpfändung für den Immobilienkauf.
- Pensionskassenguthaben (2. Säule) – Vorbezug zur Finanzierung von selbstbewohntem Eigentum
- Erbvorbezug oder Schenkungen – Finanzielle Unterstützung von Familienmitgliedern
- Zusätzliche Eigenleistungen – wenn Sie Profi in einem Bauthema sind, so können Sie Eigenleistungen geltend machen, welche als Eigenkapital von der Bank angerechnet werden.
Einfluss des Eigenkapitals auf die Hypothek
Die Höhe des Eigenkapitals beeinflusst nicht nur die Höhe der Hypothek, sondern auch die Hypothekarzinsen und die langfristige finanzielle Belastung. Eine höhere Eigenkapitalquote führt zu:
- Niedrigeren Zinskosten, da die Belehnung der Immobilie geringer ausfällt
- Besseren Konditionen, da die Bank weniger Risiko eingeht
- Einer stabileren Finanzierungsstrategie, da weniger Fremdkapital aufgenommen wird
Ein umfassender Hypothekenvergleich hilft dabei, die besten Konditionen für die eigene Situation zu finden und die Finanzierung langfristig tragbar zu gestalten.
Tragbarkeit: Wie viel Hypothek kann ich mir leisten?
Neben dem Eigenkapital spielt die Tragbarkeit eine entscheidende Rolle bei der Vergabe einer Hypothek. Banken prüfen, ob Sie sich als Käuferin oder Käufer die laufenden Kosten der Finanzierung langfristig leisten können. Grundsätzlich gilt:
- Die monatlichen Ausgaben für die Hypothek, inklusive Zinsen, Amortisation und Nebenkosten, sollten nicht mehr als 33% des Bruttoeinkommens ausmachen.
- Banken rechnen in der Regel mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5%, unabhängig vom aktuellen Marktzins. Hintergrund: wer eine Hypothek aufnimmt, muss sicherstellen, dass die Tragbarkeit auch bei steigenden Zinsen gewährleistet ist.
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