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Regulierung

Basel-III-Standards: Auswirkungen auf Hypotheken in der Schweiz

Die Umsetzung der Basel-III-Standards ab Januar 2025 führt zu einer umfassenden Neugestaltung der regulatorischen Anforderungen im Schweizer Hypothekargeschäft. Diese Anpassungen beeinflussen massgeblich die Risikobewertung von Immobilien und die damit verbundenen Kreditvergaberichtlinien der Banken.

hypothek.ch

11.12.2024

2 min

house mortgage comparison

Was ändert sich durch die neuen Basel-III-Standards?

Die finalen Basel-III-Standards, die ab dem 1. Januar 2025 in der Schweiz gelten, bringen bedeutende Anpassungen der Eigenmittelverordnung (ERV). Ziel ist es, die internationale Vergleichbarkeit zu verbessern und Eigenmittelanforderungen risikosensitiver zu gestalten. Für Wohnliegenschaften und Gewerbeliegenschaften werden neue Risikogewichte eingeführt, die von der Belehnung und Nutzung der Immobilie abhängen. Selbstgenutzte Wohnliegenschaften profitieren von tendenziell niedrigeren Eigenmittelanforderungen, während Wohnrenditeliegenschaften mit höherer Belehnung stärker belastet werden. Weitere Infos zu den finalen Basel-III Standards stellt das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen hier zur Verfügung.

Wie verändern sich die Risikogewichte für Wohn- und Renditeliegenschaften?

  • Selbstgenutzte Wohnliegenschaften: Niedrigere Risikogewichte bei Belehnungen unter 60% (30%), während höhere Belehnungen strengere Anforderungen erfordern.
  • Wohnrenditeliegenschaften: Belehnungen bis 60% profitieren von leichten Reduktionen (30%, bisher 35%), während Belehnungen über 60% deutlich höhere Risikogewichte nach sich ziehen.
  • Baukredite und Bauland: Unterliegen höheren Anforderungen, da sie als risikoreicher gelten.
  • Gemeinnützige Wohnliegenschaften: Diese werden künftig wie selbstgenutzte Immobilien behandelt, was niedrigere Risikogewichte ermöglicht.

Welche Auswirkungen haben die neuen Standards auf die Kreditvergabe?

Die Anpassungen beeinflussen die Rentabilität bestimmter Kreditarten:

  • Günstigere Kredite für Eigenheime: Niedrigere Risikogewichte schaffen Anreize, mehr Kredite für selbstgenutzte Immobilien anzubieten. Dies könnte zu einem stärkeren Wettbewerb und besseren Konditionen für Kunden führen.
  • Höhere Kosten für Wohnrenditeimmobilien: Kredite mit hohen Belehnungen werden für Banken weniger attraktiv und könnten mit höheren Margen belastet werden.
  • Einschränkungen bei Baukrediten: Strengere Anforderungen könnten die Finanzierung von Bauprojekten erschweren und verteuern.

Wie verändern sich der Wettbewerb und die Finanzierungskosten?

Die Basel-III-Standards führen voraussichtlich zu keiner signifikanten Erhöhung der Finanzierungskosten, da die Eigenmittelanforderungen stabil bleiben. Banken könnten ihre Strategien anpassen, um sich stärker auf lukrativere Kreditarten zu konzentrieren. Dadurch könnte der Wettbewerb im Eigenheimsegment zunehmen, was für Kunden attraktivere Konditionen und geringere Margen zur Folge hätte. Kredite mit höherem Risiko, wie stark belehnte Wohnrenditeimmobilien, könnten hingegen teurer werden. Für Kunden wird es entscheidend sein, Angebote sorgfältig zu vergleichen, um von den besten Konditionen zu profitieren.

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