Trends
Warum Eigentumswohnungen in der Schweiz teurer werden
Der Schweizer Markt für Eigentumswohnungen steht unter massivem Preisdruck, da eine Kombination aus steigenden Refinanzierungskosten der Banken und einem historisch knappen Angebot auf eine ungebrochen hohe Nachfrage trifft. Gleichzeitig sorgt die angespannte Lage auf dem Mietmarkt für eine Fluchtbewegung hin zum Wohneigentum, was die Preise für Stockwerkeigentum insbesondere in urbanen Zentren zusätzlich befeuert.
hypothek.ch
09.01.2026
2 min
Kostenfalle trotz Nullzins: Warum die Finanzierung anzieht
Obwohl die SNB den Leitzins auf 0 % gesenkt hat, verteuert sich Wohneigentum paradoxerweise weiter. Zum Beispiel Festhypotheken profitieren nicht vollumfänglich von den tiefen Zinsen, da stabilere Pfandbriefrenditen und die neue Basel-III-Regulierung die Refinanzierungskosten der Banken erhöhen. Hinzu kommen höhere Mindestreservesätze und steigende Bankmargen, die dazu führen können, dass eine heute abgeschlossene 10-jährige Festhypothek langfristig günstiger kommt als eine SARON-Lösung, deren Sätze bis 2028 laut Prognosen auf rund 0,4 % steigen könnten.
Vom teuren Mietmarkt zum Eigentum
Ein wesentlicher Treiber für den Preisauftrieb beim Stockwerkeigentum ist die angespannte Lage auf dem Mietmarkt. Angesichts steigender Mieten und einer hohen Zuwanderung bei gleichzeitig geringem Leerstand wird der Erwerb von Wohneigentum für viele Haushalte zur attraktiven Alternative. Diese Nachfrageverschiebung trifft auf ein chronisch zu niedriges Angebot: Restriktive Bauzonen, langwierige Einspracheverfahren und hohe Kosten für energetische Sanierungen bremsen das Neubauvolumen aus, was die Preise insbesondere in urbanen Zentren überproportional steigen lässt.
Hürden bei Tragbarkeit und Belehnung
Die strengen regulatorischen Vorgaben wirken einerseits marktstabilisierend, erschweren aber andererseits den Markteintritt. Banken kalkulieren die Tragbarkeit weiterhin mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 4,5 % bis 5 %, was in Kombination mit den gestiegenen Objektpreisen viele Interessenten aus dem Markt drängt. Gleichzeitig verschärft dies den Wettbewerb unter den kapitalkräftigen Käufern, die die geforderten 20 % Eigenmittel (davon mindestens 10 % "harte" Mittel wie Cash oder Säule 3a) aufbringen können, was das Preisniveau zusätzlich stützt.
Zinsstrategie und Ausblick bis 2028
Für Käufer empfiehlt sich im aktuellen Umfeld eine differenzierte Finanzierungsstrategie. Da der SARON mittelfristig anziehen dürfte, gewinnen Mischmodelle oder die Tranchierung der Hypothek (z. B. eine Laufzeitenleiter über 3, 5 und 10 Jahre) an Bedeutung, um Refixierungsspitzen zu glätten. Experten von Raiffeisen Schweiz erwarten bei den Langfristzinsen eher eine Seitwärtsbewegung, während die Preise für Eigentumswohnungen aufgrund der strukturellen Knappheit wohl ihren "Aufwärtsdrift" beibehalten werden – eine fundierte Prüfung der Objektqualität und ein robuster finanzieller Puffer bleiben daher essenziell.
Das könnte Sie auch interessieren

Trends
Eigenkapital-Falle: Schweizer sparen zwölf statt vier Jahre fürs Eigenheim
Junge Schweizer Haushalte brauchen heute rund zwölf Jahre, um das Eigenkapital für eine Wohnung anzusparen. 2010 reichten vier Jahre. Was hat das für Auswirkungen?
20.05.2026
3 min

Trends
Immobilienpreisindex Q1 2026: Wohneigentum 4.7 Prozent teurer
Das Bundesamt für Statistik hat am 30. April 2026 die offiziellen Preiszahlen für Schweizer Wohneigentum publiziert. Der IMPI legte gegenüber dem Vorquartal um 1.5 Prozent zu, im Jahresvergleich um 4.7 Prozent. Damit liegen die amtlichen Werte über vielen privaten Schätzungen.
01.05.2026
3 min

Trends
Demografische Risiken am Hypothekarmarkt: Zehn Kantone unter Druck
Demografischer Wandel spaltet den Schweizer Immobilienmarkt. In zehn Kantonen könnte die Wohnraumnachfrage strukturell sinken – mit direkten Folgen für Immobilienpreise und Hypothekensicherheiten.
22.04.2026
3 min
