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Immobilienpreisindex Q1 2026: Wohneigentum 4.7 Prozent teurer

Das Bundesamt für Statistik hat am 30. April 2026 die offiziellen Preiszahlen für Schweizer Wohneigentum publiziert. Der IMPI legte gegenüber dem Vorquartal um 1.5 Prozent zu, im Jahresvergleich um 4.7 Prozent. Damit liegen die amtlichen Werte über vielen privaten Schätzungen.

hypothek.ch

01.05.2026

3 min

Der Wohnimmobilienpreisindex IMPI des Bundesamtes für Statistik erreichte im ersten Quartal 2026 den Stand von 126.8 Punkten, basierend auf dem Referenzwert Q4 2019 gleich 100. Die Steigerung gegenüber dem letzten Quartal 2025 beträgt 1.5 Prozent, im Jahresvergleich verteuerte sich Wohneigentum um 4.7 Prozent. Diese amtlichen Zahlen liegen damit etwas über den jüngsten Schätzungen privater Anbieter, die für dieselbe Periode Werte von 3.5 bis 4.0 Prozent ausgewiesen hatten.

Eigentumswohnungen verteuern sich stärker

Die beiden Hauptsegmente entwickelten sich unterschiedlich. Eigentumswohnungen legten im Quartalsvergleich um 1.8 Prozent zu und im Jahresvergleich um 4.8 Prozent. Einfamilienhäuser zeigten mit plus 1.1 Prozent gegenüber Q4 2025 und plus 4.6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eine etwas verhaltenere, aber immer noch deutliche Aufwärtsbewegung.

Diese Spreizung ist seit mehreren Jahren erkennbar. Eigentumswohnungen profitieren von der hohen Nachfrage in urbanen Lagen und einer demographisch breiteren Käuferschaft, von jungen Erstkäufern bis zu nachfragestarken Pensionierten. Einfamilienhäuser sind angebotsseitig knapper, der Preisdruck konzentriert sich aber auf wenige sehr begehrte Lagen.

Städte ziehen besonders stark an

Regional zeigt der Index ein klares Muster. In städtischen Gemeinden grosser Agglomerationen stiegen die Preise im Quartal um 3.1 Prozent, doppelt so stark wie im Landesschnitt. Demgegenüber blieben die Preise in städtischen Gemeinden kleiner Agglomerationen sowie ausserhalb von Agglomerationen stabil. Die Bewegung ist also kein flächendeckendes Phänomen, sondern konzentriert sich auf die Wirtschaftszentren.

Das deckt sich mit den Beobachtungen aus dem Vermittlungsmarkt, wo Käufer in Zürich, Zug, Genf und Lausanne weiterhin auf knappes Angebot und mehrere konkurrierende Bieter treffen, während ländliche Regionen langsamere Umschlagszeiten und mehr Verhandlungsspielraum bieten.

Methodische Einordnung

Der IMPI basiert auf rund 7000 Transaktionen pro Quartal, die die 28 grössten Schweizer Hypothekarinstitute liefern. Damit deckt der Index den überwiegenden Teil des Marktes ab, da der grössere Anteil der Liegenschaftskäufe mit einer Hypothek finanziert wird. Diese breite und qualitativ hochwertige Datenbasis macht den IMPI zur amtlichen Referenz, an der sich auch die Schweizerische Nationalbank und die FINMA orientieren.

Private Anbieter wie Wüest Partner, IAZI oder die ZKB veröffentlichen ebenfalls regelmässige Indizes, basieren aber auf anderen Methoden. Wüest Partner gewichtet beispielsweise hedonische Modelle anders, IAZI berücksichtigt Transaktionspreise mit zusätzlichen Qualitätsanpassungen. Diese methodischen Unterschiede erklären, weshalb die einzelnen Indizes pro Quartal um bis zu einen Prozentpunkt voneinander abweichen können.

Bedeutung für Hypothekarnehmer

Für Eigentümer und Käufer hat der IMPI direkte Konsequenzen. Banken nutzen die offiziellen Indizes als Referenzgrösse bei der jährlichen Überprüfung der Belehnungswerte. Steigt der Wert einer Liegenschaft, sinkt rechnerisch die Belehnungsquote. Dies kann bei Refinanzierungen Spielraum für günstigere Konditionen oder höhere Hypothekarbeträge eröffnen.

Umgekehrt würden sinkende Indexwerte die Belehnung erhöhen. Aktuell ist davon nichts zu sehen, im Gegenteil. Die Banken passen ihre internen Bewertungsmodelle laufend an, was bei Bestandskunden in der Regel ohne unmittelbare Auswirkungen bleibt. Bei Neugeschäften und insbesondere bei der Refinanzierung am Ende einer Festhypothek werden die Werte aber neu kalkuliert.

Ausblick

Mit einem Jahreszuwachs von 4.7 Prozent liegt das aktuelle Tempo deutlich über der Inflationsrate und über dem langjährigen Durchschnitt. Solange das Zinsumfeld stabil tief bleibt und das Angebot strukturell knapp ist, dürfte sich der Preisanstieg auch in den kommenden Quartalen fortsetzen, auch wenn das Tempo nachlassen kann. Eine Trendwende würde eine Kombination aus deutlich höheren Zinsen, schwächerer Wirtschaft und einem Anstieg des Angebots erfordern. Keiner dieser Faktoren ist derzeit absehbar.

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