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Inflation springt auf 0,8 Prozent: Was das für Ihre Hypothek bedeutet
Die Schweizer Teuerung hat sich im August auf 0,8 Prozent verdoppelt. Was hinter dem Anstieg steckt und was Saron- und Festhypotheken jetzt erwartet.
hypothek.ch
03.09.2026
3 min
Die Teuerung in der Schweiz ist im August 2026 auf 0,8 Prozent gestiegen. Im Juli lag sie noch bei 0,4 Prozent. Das ist der höchste Wert seit August 2024. Dies teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mit. Ökonomen hatten mit höchstens 0,6 Prozent gerechnet.
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent auf 101,5 Punkte (Dezember 2025 = 100). Verantwortlich waren laut BFS unter anderem höhere Wohnungsmieten sowie gestiegene Preise für Benzin, Diesel und Heizöl. Günstiger wurden dagegen Pauschalreisen ins Ausland, Automiete und Carsharing.
Energiepreise und schwächerer Franken als Treiber
Der Sprung hat vor allem externe Ursachen. Seit dem Scheitern der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sind die Energiepreise wieder gestiegen. Das schlägt in der Schweiz auf Heizöl- und Treibstoffpreise durch. Hinzu kommt der tiefe Rheinpegel, der den Transport von Erdölprodukten verteuert. Auch der schwächere Franken spielt eine Rolle: Importgüter kosten mehr.
Entscheidend ist der Blick auf die Kernrate. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne Energie, Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte, stieg nur leicht von 0,3 auf 0,4 Prozent. Von einem breiten Preisanstieg kann keine Rede sein. Die Teuerung liegt weiterhin klar im Zielband der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Preisstabilität bei 0 bis 2 Prozent als gegeben sieht.
Bleibt die SNB bei null Prozent?
Die SNB hat den Leitzins an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 zum vierten Mal in Folge bei 0 Prozent belassen. Die Mehrheit der Ökonomen erwartet auch nach den heutigen Zahlen keinen Kurswechsel: Solange die hausgemachte Inflation tief bleibt und keine Zweitrundeneffekte auf die Kernrate sichtbar sind, besteht aus ihrer Sicht kein Handlungsbedarf.
Anders sieht das die VP Bank. Das sporteventbereinigte Bruttoinlandprodukt wuchs im zweiten Quartal um 1,5 Prozent, gleichzeitig zog die Teuerung an – diese Kombination erhöhe den Druck auf die Nationalbank, schreibt Chefökonom Thomas Gitzel in einer Spotanalyse vom Donnerstag. Zu diesem Datenkranz passe ein leicht negativer Saron nicht mehr, die SNB habe Anpassungsbedarf. Eine Zinserhöhung im Dezember sei nicht mehr auszuschliessen. Die UBS erwartet den ersten Zinsschritt nach oben dagegen erst im Juni 2027.
Was das für Hypothekarnehmer bedeutet
Für Saron-Hypotheken ändert sich vorerst nichts. Der Saron folgt dem SNB-Leitzins. Solange dieser bei 0 Prozent bleibt, bleiben Geldmarkthypotheken günstig. Wer eine Saron-Hypothek hält, sollte aber den Dezember-Entscheid der SNB im Auge behalten: Eine Zinserhöhung würde sich unmittelbar in der Zinsbelastung niederschlagen.
Bei Festhypotheken kann sich der Inflationsanstieg früher bemerkbar machen. Ihre Konditionen richten sich nach den Kapitalmarktzinsen, und diese reagieren auf veränderte Zinserwartungen, bevor die SNB handelt. Steigen die Markterwartungen für künftige Leitzinsen, verteuern sich mittlere und lange Laufzeiten tendenziell zuerst. Wer ohnehin eine Festhypothek abschliessen oder verlängern will, hat derzeit noch ein historisch günstiges Umfeld.
Für Mieterinnen und Mieter bleibt immerhin eine Konstante: Der hypothekarische Referenzzinssatz verharrt seit dem Entscheid des Bundesamts für Wohnungswesen vom 1. September 2026 bei 1,25 Prozent.
Die nächste geldpolitische Lagebeurteilung der SNB findet Ende September statt.
Quellen
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