Zinsen
Immobilienmarkt Schweiz im 1. Quartal 2025: Entwicklungen und Trends
Trotz globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten erweist sich der Schweizer Immobilienmarkt als äusserst stabil, da sinkende Inflationsraten und steigende Realeinkommen die Nachfrage nach Wohneigentum stützen. Die jüngsten Zinssenkungen der Nationalbank haben den Hypothekarmarkt spürbar belebt und machen den Kauf einer Immobilie im Vergleich zur Miete ökonomisch wieder deutlich attraktiver.
hypothek.ch
08.05.2025
3 min

Stabile Nachfrage trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten
Trotz globaler Herausforderungen zeigt sich der Schweizer Immobilienmarkt stabil. Während die Konjunkturschwäche in Europa und China Unsicherheiten mit sich bringt, profitieren Schweizer Haushalte von einer rückläufigen Inflation und steigenden Realeinkommen. Der Dienstleistungssektor schafft weiterhin Arbeitsplätze, wenn auch mit etwas geringerer Dynamik als in den Vorjahren. Diese Faktoren stützen den Immobilienmarkt, insbesondere die Nachfrage nach Wohneigentum.
Steigende Nachfrage nach Hypotheken dank attraktiver Zinsen
Der Schweizer Hypothekenmarkt hat sich im ersten Quartal 2025 spürbar belebt. Die Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank sorgt für attraktive Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere für Festhypotheken. Diese erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Ende 2024 entschieden sich über 75 % der Käufer für eine Festhypothek, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Besonders lange Laufzeiten rücken wieder in den Fokus, da die Zinssätze auf vergleichsweise niedrigen Niveaus verharren.
SARON-Hypotheken bleiben kurzfristig eine interessante Option für flexible Kreditnehmer, insbesondere weil die SNB weitere Zinssenkungen nicht ausschliesst. Dennoch birgt diese Finanzierungsform Risiken, da künftige Zinserhöhungen die monatlichen Kosten unerwartet in die Höhe treiben könnten. Wer auf langfristige Sicherheit setzt, kann derzeit mit Festhypotheken Planungssicherheit zu attraktiven Konditionen geniessen.
Für potenzielle Immobilienkäufer bedeutet die aktuelle Zinssituation eine deutliche Entlastung bei den Finanzierungskosten. Dies hat nicht nur Einfluss auf die Nachfrage nach Wohneigentum, sondern könnte sich langfristig auch auf die Preisentwicklung am Immobilienmarkt auswirken. Wer sich für eine Immobilie interessiert, sollte verschiedene Hypothekenangebote vergleichen, um die bestmöglichen Konditionen zu sichern.
Nachfrage nach Wohneigentum steigt durch günstigere Finanzierung
Mit den gesunkenen Zinsen gewinnt Wohneigentum wieder an Attraktivität. Käufer können derzeit bis zu 30% ihrer Wohnkosten im Vergleich zur Miete sparen, was viele dazu bewegt, eine Immobilie zu erwerben. Die Zahl der Transaktionen von Einfamilienhäusern ist in der zweiten Jahreshälfte 2024 um 4% gestiegen, während Eigentumswohnungen sogar einen Zuwachs von 6,5% verzeichneten. Gleichzeitig zeigen die Immobilienpreise wieder eine steigende Dynamik, nachdem sie in den letzten Jahren durch höhere Zinsen ausgebremst wurden. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, insbesondere wenn die Zinssätze weiter niedrig bleiben.
Knappheit im Mietwohnungsmarkt bleibt ein Problem
Während sich die Lage für Käufer verbessert, bleibt der Mietmarkt angespannt, da die geringe Neubautätigkeit die Mieten weiter steigen lässt. Besonders in urbanen Zentren ist es schwierig, eine passende Wohnung zu finden, was die Mobilität auf dem Mietmarkt einschränkt. Zwar könnte eine Senkung des Referenzzinssatzes Bestandsmietern kurzfristig Entlastung bringen, doch insgesamt steigen die Mieten weiter.
Weitere Details zur aktuellen Marktlage finden Sie hier.
Die mögliche Abschaffung des Eigenmietwerts und ihre Auswirkungen
Die mögliche Abschaffung des Eigenmietwerts bleibt ein zentrales Thema der politischen Debatte. Das Parlament hat eine Reform beschlossen, die Wohneigentümer von der Versteuerung fiktiver Mieteinnahmen befreien würde. Im Gegenzug entfielen jedoch zentrale Steuerabzüge wie Schuldzinsen und Unterhaltskosten. Besonders für Zweitwohnungen ist eine neue Objektsteuer vorgesehen, um Steuerausfälle in den betroffenen Kantonen auszugleichen, was in Tourismusregionen auf Widerstand stossen könnte.
Ob die Reform tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet das Schweizer Volk in einer Volksabstimmung. Kritiker befürchten finanzielle Nachteile für Eigentümer, insbesondere für jene, die auf Steuerabzüge angewiesen sind. Vor allem Eigentümer älterer Immobilien mit hohen Sanierungskosten könnten stärker belastet werden.
Befürworter sehen im Eigenmietwert ein überholtes und ungerechtes System, da Steuern auf ein Einkommen erhoben werden, das nicht real existiert. Angesichts steigender Immobilienpreise und hoher Instandhaltungskosten halten sie die Abschaffung für eine gerechtere Lösung, die Wohneigentümer entlasten würde – insbesondere in städtischen Gebieten.
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