Logo

Zinsen

SNB-Zinsentscheid vom 18. Juni 2026: Was er für Ihre Hypothek bedeutet

Am 18. Juni 2026 entscheidet die Schweizerische Nationalbank über den Leitzins. Der Markt erwartet eine Bestätigung der Nullzinspolitik, was für SARON- und Festhypotheken unterschiedliche Konsequenzen hat.

hypothek.ch

26.05.2026

4 min

Die nächste geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) findet am 18. Juni 2026 statt. Es ist der zweite von vier ordentlichen Zinsentscheiden des Jahres, nach dem März-Termin und vor den Sitzungen im September und Dezember. Im Vorfeld hat sich unter den grossen Schweizer Marktbeobachtern eine bemerkenswert klare Erwartung herausgebildet: Die SNB dürfte den Leitzins bei 0,0 Prozent belassen. Sowohl die Ökonomen der Zürcher Kantonalbank als auch die Analysten von Raiffeisen Schweiz und der Hypothekarbank Lenzburg rechnen mit einem unveränderten Entscheid.

Warum die SNB voraussichtlich abwartet

Die SNB befindet sich seit dem Zinssenkungszyklus 2024 und 2025 wieder im Bereich der Nullzinspolitik. Die Inflation in der Schweiz bewegt sich seit Anfang 2026 stabil im unteren Zielband zwischen 0 und 1 Prozent, der Franken hat sich gegenüber Euro und US-Dollar nur moderat aufgewertet, und das Wirtschaftswachstum bleibt verhalten, ohne aber in eine Rezession abzugleiten. In diesem Umfeld besteht für die Nationalbank weder ein Anlass für eine weitere Senkung noch für eine vorzeitige Erhöhung.

Zinserhöhungen werden frühestens für 2027 erwartet, und auch dann nur, falls sich die Inflation der oberen Hälfte des Zielbands annähert. Eine erneute Senkung in den Negativbereich ist zwar theoretisch möglich, gilt aber als unwahrscheinlich, solange die Realwirtschaft stabil bleibt und der Franken nicht massiv aufwertet. Die SNB hat in ihrer Kommunikation wiederholt betont, dass sie Negativzinsen nur als letztes Mittel bei deutlicher Frankenaufwertung wieder einsetzen würde.

Was das für SARON-Hypothekarnehmer bedeutet

Geldmarkthypotheken auf Basis des SARON (Swiss Average Rate Overnight) folgen dem Leitzins direkt. Solange die SNB bei 0,0 Prozent bleibt, liegt auch der SARON nahe null. Der effektive Zins einer SARON-Hypothek ergibt sich aus dem über drei Monate gemittelten Compound-SARON plus der individuell verhandelten Bankenmarge, die je nach Anbieter und Bonität zwischen 0,65 und 1,4 Prozent liegt. Faktisch bezahlen SARON-Nehmer derzeit Zinsen im Bereich von 0,65 bis 1,4 Prozent.

Wichtig ist die sogenannte Null-Boden-Regelung: Wenn der SARON in den negativen Bereich fällt, wird er für die Zinsberechnung auf null gesetzt. Die Bankenmarge wird also nicht durch einen negativen Referenzzins gemindert. Diese Mechanik kommt aktuell allerdings nicht zum Tragen, da der SARON nahe bei 0,0 Prozent liegt. Für bestehende SARON-Hypotheken ändert der Juni-Entscheid daher voraussichtlich nichts. Auch neue Abschlüsse bewegen sich in den nächsten Monaten in einem stabilen Korridor.

Was Festhypotheken-Interessenten beachten sollten

Anders verhält es sich bei Festhypotheken. Deren Zinsen orientieren sich nicht direkt am SNB-Leitzins, sondern an den Kapitalmarktzinsen, insbesondere an den Swap-Sätzen für die jeweilige Laufzeit. Diese werden von einer Vielzahl globaler Faktoren beeinflusst, darunter die Geldpolitik der EZB und der US-Notenbank, geopolitische Ereignisse und die internationale Inflationsentwicklung.

In den vergangenen Wochen sind die Swap-Sätze für fünf- und zehnjährige Laufzeiten leicht angestiegen, wir haben darüber in diesem Artikel berichtet. Die zehnjährige Festhypothek wird gegenwärtig im Durchschnitt zu Sätzen zwischen 1,6 und 1,9 Prozent angeboten, die fünfjährige zu 1,3 bis 1,6 Prozent (Stand 26.05.2026). Sollte die SNB am 18. Juni eine vorsichtigere oder restriktivere Kommunikation wählen als erwartet, könnten die Kapitalmarktzinsen kurzfristig leicht weiter steigen. Bestätigt sie hingegen die abwartende Haltung, dürften die Festhypothekarzinsen stabil bleiben oder leicht nachgeben.

Vor oder nach dem Entscheid abschliessen

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ist für viele Hypothekarinteressenten zentral. Für SARON-Nehmer ist sie weitgehend irrelevant, da der Einstiegszeitpunkt keinen Einfluss auf die monatlich neu berechneten Zinsen hat. Wer eine Festhypothek abschliessen will, sollte die Kapitalmarktbewegungen rund um den Entscheid beobachten. In den Tagen vor einer SNB-Sitzung sind die Märkte oft volatil, da Investoren ihre Positionen anpassen. Nach dem Entscheid setzt sich meist eine klare Richtung durch.

Wer in den nächsten sechs bis 24 Monaten einen Hypothekarablauf hat, kann den heutigen Zinssatz mit einer sogenannten Forward-Hypothek bereits jetzt sichern. Banken verlangen dafür einen Aufschlag von typischerweise 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten, je nach Vorlaufzeit. Bei stabilen Zinsen kostet diese Absicherung wenig, schützt aber vor möglichen Anstiegen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der für Ihre Situation bestmöglichen Strategie ist essentiell. Daher empfehlen wir, dass man sich Rat von Experten zur Seite zieht.

Terminkalender der SNB für 2026

Die SNB veröffentlicht ihre geldpolitischen Entscheide jeweils donnerstags um 9.30 Uhr, gefolgt von einer Medienkonferenz am Vormittag. Nach der Sitzung im März folgten der Juni-Entscheid am 18. Juni, der September-Entscheid und schliesslich die Dezember-Sitzung. Die genauen Daten der zweiten Jahreshälfte werden jeweils auf der SNB-Website publiziert.

Für Hypothekarnehmer empfiehlt es sich, diese Termine im Kalender zu vermerken. Auch wenn 2026 voraussichtlich ein Jahr der zinsmässigen Ruhe bleibt, können einzelne Sitzungen Hinweise auf die mittelfristige Richtung geben. Insbesondere die Dezember-Sitzung wird zeigen, wie die SNB den Übergang ins Jahr 2027 einschätzt, in dem nach heutiger Marktmeinung die nächsten geldpolitischen Bewegungen denkbar sind.

Quelle: Schweizerische Nationalbank, Kalender geldpolitischer Lagebeurteilungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zinsen

EZB hält Zinsen stabil: Was das für Schweizer Hypothekarnehmer bedeutet

Der EZB-Rat hat heute entschieden, die drei Leitzinssätze unverändert zu belassen. Der Einlagezins bleibt bei 2.00 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2.15 Prozent und die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2.40 Prozent. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wenig spektakulär wirkt, im aktuellen Umfeld aber viel über die Lageeinschätzung der Währungshüter verrät.

30.04.2026

2 min

SNB-Zinsentscheid vom 18. Juni 2026: Was er für Ihre Hypothek bedeutet | hypothek.ch