Zinsen & Geldpolitik
Währungsrisiken bei ausländischem Einkommen: Finanzierung für internationale Fachkräfte
Für viele internationale Fachkräfte in der Schweiz ist das Einkommen nicht zwingend an den Schweizer Franken gebunden. Ob Gehaltszahlungen in Euro, US-Dollar oder Britischen Pfund – wer sein Einkommen in einer Fremdwährung bezieht, aber eine Immobilie in der Schweiz finanzieren möchte, steht vor besonderen Herausforderungen bei der Kalkulation und Kreditprüfung.
hypothek.ch
13.04.2026
3 min
Was bedeutet ein Währungsrisiko bei der Finanzierung?
Ein Währungsrisiko entsteht, wenn die Währung Ihres Einkommens gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verliert. Da die Hypothekarschuld und die Zinszahlungen in Franken fixiert sind, müssten Sie bei einer Abwertung Ihrer Heimwährung mehr Einheiten dieser Währung aufwenden, um die gleichen monatlichen Kosten in der Schweiz zu decken. Banken berücksichtigen dieses Risiko bereits bei der Kreditprüfung, indem sie oft Sicherheitsabschläge auf das Fremdwährungseinkommen vornehmen.
Chancen und Risiken der Fremdwährungs-Konstellation
Die Finanzierung mit ausländischem Einkommen bietet Flexibilität für globale Karrieren, birgt aber kalkulatorische Hürden.
- Chancen: Ein starkes Einkommen in einer stabilen Weltwährung kann die Basis für eine solide Finanzierung in der Schweiz bilden. Internationale Fachkräfte verfügen oft über die nötigen Eigenmittel, um die hohen Anforderungen des Schweizer Marktes zu erfüllen.
- Risiken: Das Hauptrisiko ist die Volatilität der Wechselkurse. Sinkt der Wert Ihrer Einkommenswährung im Vergleich zum Franken massiv, kann die Tragbarkeit der Hypothek gefährdet sein. Zudem verlangen Schweizer Banken bei Einkommen in Fremdwährungen oft höhere Eigenmittelquoten oder wenden strengere Tragbarkeitsrechnungen an, um Kursschwankungen abzufedern.
Finanzierung und steuerliche Aspekte
Bei der Finanzierung spielt die Berechnungsgrundlage der Bank eine entscheidende Rolle. Meist wird nicht der aktuelle Wechselkurs für die Tragbarkeit herangezogen, sondern ein konservativer Durchschnittskurs inklusive eines Sicherheitsmarge von 10% bis 20%. Dies dient dazu, sicherzustellen, dass Sie die Hypothek auch dann noch bedienen können, wenn sich der Wechselkurs zu Ihren Ungunsten verändert.
Steuerlich bleibt die Situation komplex: Während die Immobilie in der Schweiz versteuert wird, muss das weltweite Einkommen je nach Doppelbesteuerungsabkommen deklariert werden. Die Abzugsfähigkeit der Hypothekarzinsen in der Schweizer Steuererklärung ist ein wichtiger Hebel, um die effektive Belastung zu senken, unabhängig davon, in welcher Währung das Gehalt ursprünglich ausgezahlt wurde.
Lohnt sich der Kauf trotz Währungsrisiko?
Ein Immobilienkauf in der Schweiz kann trotz Währungsrisiken sinnvoll sein, da er eine natürliche Absicherung (Hedge) darstellt: Sie investieren in einen Sachwert in Schweizer Franken, einer der stabilsten Währungen der Welt. Langfristig gesehen gleicht die Wertbeständigkeit der Schweizer Immobilie das Risiko kurzfristiger Währungsschwankungen oft aus. Dennoch sollten internationale Fachkräfte über ausreichende Liquiditätsreserven in Franken verfügen, um Phasen extremer Wechselkursvolatilität ohne Stress zu überbrücken.
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