Bewertung & Kauf
Was sind Nebenkosten beim Immobilienkauf?
Der Kaufpreis einer Immobilie ist in der Schweiz lediglich die Basis der Kalkulation. Die tatsächlich anfallenden Initialkosten liegen meist deutlich höher. Da diese Nebenkosten in der Regel nicht durch die Hypothek gedeckt werden können, ist eine präzise Budgetierung dieser "Cash-Positionen" entscheidend, um die Liquidität während des Eigentumsübergangs sicherzustellen.
16.12.2025
2 min
Transparenz bei den Erwerbsnebenkosten
Nebenkosten beim Immobilienkauf sind alle Ausgaben, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen und für Budget und Finanzierung separat einzuplanen sind. Dazu zählen Notariats- und Grundbuchgebühren, die je nach Kanton und Tarifordnung variieren, sowie die Handänderungssteuer, die in vielen Kantonen erhoben wird. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Kosten für die Erstellung oder Abtretung von Schuldbriefen, amtliche Beglaubigungen und allfällige Einschreibgebühren.
Gebühren und Kosten auf der Finanzierungsseite
Auf Finanzierungsseite fallen häufig eine Schätzungs- oder Bewertungsgebühr, Dossier- und Bearbeitungskosten sowie Spesen für die Auszahlung oder für Baukonten an. Wer eine bestehende Festhypothek vorzeitig ablöst, muss mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen, die je nach Restlaufzeit und Zinsumfeld erheblich sein kann. Auch der Abschluss obligatorischer Versicherungen, in vielen Kantonen die Gebäudeversicherung, verursacht Prämien, die in den ersten Jahren oft neu festgesetzt werden.
Kantonale Besonderheiten und projektbezogene Zusatzkosten
Je nach Kanton und Situation können weitere Posten hinzukommen. Dazu gehören Gebühren im Zusammenhang mit Baurechten, Stockwerkeigentumsbegründung, Katasterplänen oder amtlichen Vermessungen. Bei Neubauten sind Kosten für Bauherrenvertretung, Baukontrollen und Erschliessungsbeiträge möglich. Maklerhonorare trägt in der Schweiz häufig die verkaufende Partei, sie beeinflussen aber indirekt den Verhandlungsspielraum.
Eigenmittelbedarf für nicht belehnbare Nebenkosten
Für Käuferinnen und Käufer ist wichtig zu wissen, dass diese Nebenkosten in der Regel nicht belehnbar sind, also nicht durch die Hypothek finanziert werden. Sie müssen aus Eigenmitteln gedeckt werden und liegen je nach Kanton und Objektgrössenordnung typischerweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Kaufpreises. Wer zu knapp kalkuliert, riskiert Liquiditätsengpässe direkt nach dem Erwerb.
Individuelle Ausgaben und Investitionen nach dem Erwerb
Neben den formalen Erwerbskosten fallen oft weitere, projektbezogene Ausgaben an: Umzug, Möblierung, kleinere Anpassungen, erste Unterhaltsmassnahmen oder Einmalinvestitionen in Energieeffizienz. Diese Posten sind individuell, kommen aber in der Praxis fast immer vor und sollten in einer realistischen Gesamtbudgetierung enthalten sein.
Vorausschauende Planung und Reservebildung
Eine vorausschauende Planung trennt deshalb Kaufpreis, Nebenkosten und anfängliche Investitionen sauber und stellt ausreichende Reserven bereit. So bleibt die Finanzierung stabil, und unangenehme Überraschungen nach dem Kauf werden vermieden.
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