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Rechtliche Fragen

Liegenschaften im Erbgang: So verhindern Sie, dass die Hypothek zur Last wird

Die Vererbung einer Immobilie ist in der Schweiz mit komplexen finanziellen Fragen verbunden. Wenn eine bestehende Hypothek auf dem Objekt lastet, kann dies für die Erben zur Herausforderung werden, falls die Tragbarkeit für die Nachkommen nicht ohne Weiteres gegeben ist.

hypothek.ch

17.04.2026

2 min

Die solidarische Haftung der Erbengemeinschaft

Im Schweizer Erbrecht gehen mit dem Tod des Erblassers nicht nur die Vermögenswerte, sondern auch sämtliche Schulden auf die Erbengemeinschaft über. Das bedeutet, dass die Erben solidarisch für die Hypothek haftbar werden. Die Bank prüft nach dem Erbgang die finanzielle Situation der neuen Eigentümer. Entspricht das Einkommen der Erben nicht den strengen Tragbarkeitskriterien der Bank, kann das Institut eine Teilrückzahlung der Hypothek verlangen oder im Extremfall die Kündigung des Kredits aussprechen.

Erhalt von Familienwerten versus Liquiditätsengpässe

Ein Erbgang bietet die Möglichkeit, Familienwerte über Generationen zu bewahren, birgt aber auch Risiken für den Familienfrieden.

  • Frühzeitige Planung: Durch Instrumente wie den Erbvorbezug oder Schenkungen lassen sich steuerliche Freibeträge optimal nutzen und die Nachfolge geordnet regeln.
  • Finanzielle Ausgleichszahlungen: Wenn mehrere Erben vorhanden sind, müssen diejenigen, die das Haus nicht übernehmen, oft ausbezahlt werden. Dies führt häufig dazu, dass die Hypothek erhöht werden muss, was wiederum die Tragbarkeit gefährden kann.

Wertermittlung und latente Steuerlasten

Bei der Finanzierung im Erbgang ist die aktuelle Bewertung der Immobilie durch die Bank entscheidend. Eine massive Wertsteigerung seit dem ursprünglichen Kauf vergrössert zwar den Belehnungsspielraum, erhöht aber gleichzeitig die Summen, die für die Auszahlung von Miterben nötig sind. Steuerlich ist zu beachten, dass Erbschaftssteuern kantonal geregelt sind. Während Ehepartner und direkte Nachkommen oft befreit sind, können für entferntere Verwandte hohe Sätze anfallen.

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Grundstückgewinnsteuer. Diese wird beim Erbgang zwar meist aufgeschoben, bleibt aber als latente Steuerlast bestehen. Derjenige, der die Immobilie übernimmt, trägt diese Last bei einem späteren Verkauf allein. Dies sollte bei der Berechnung der Ausgleichszahlungen unbedingt berücksichtigt werden, um eine faire Aufteilung des Nettovermögens zu gewährleisten.

Tragbarkeit als Fundament der Übernahme

Ob sich die Übernahme einer Immobilie mit laufender Hypothek lohnt, hängt massgeblich davon ab, ob die Erben die monatlichen Kosten aus ihrem eigenen Einkommen decken können. Eine Immobilie sollte nie nur aus emotionalen Gründen behalten werden, wenn die Zinslast und der Unterhalt die finanzielle Flexibilität der Erben einschränkt. Eine rechtzeitige Absicherung durch Lebensversicherungen oder die Anpassung der Hypothekarmodelle noch zu Lebzeiten des Erblassers kann helfen, den Übergang reibungslos zu gestalten.

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